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Nacherbfolge

Nach dem Gesetz ist auch die Einsetzung eines Nacherben zulässig. Unter einem Nacherben, versteht man denjenigen, der nach sterben des ersten Erbens oder Eintritt eines vom Erblasser bestimmten Ereignisses oder Zeitpunkt , dass Erbe erhält. Beim Erbfall erwirbt der Nacherbe zunächst eine sogenannte „Nacherbenanwartschaft“. Ein Einsetzung als Nacherbe enthält im Zweifel zudem auch immer die Vermutung, dass die als Nacherbe bedachte Person Ersatzerbe ist. Damit nicht über das Erbe oder Teile des Nachlasses unkontrolliert verfügt werden kann, ist die Rechtsposition des Nacherben durch bestimme Verfügungsbeschränkungen wie §§ 2113 ff. und Kontrollrechte geschützt. Die Befreiung des Vorerben kann nur durch den Erblasser erfolgen. Der Nacherbe kann nach Eintritt des Erbfalls gemäß § 2108 seine Rechtspostition auch vererben, soweit dies nicht explizit vom Erblasser ausgeschlossen wird. Generell gilt zwar, dass ein Erbe zur Zeit des Erbfalls, bereits geboren oder zumindest schon gezeugt sein muss, dies ist bei der Ersatzerbfolge jedoch nicht der Fall, denn Ersatzerbe kann auch ein noch nicht gezeugtes Kind sein. So gilt nach § 2102 BGB sogar die generelle Vermutung, dass die Erbeinsetzung einer noch nicht gezeugten Person, im Zweifel als Nacherbeneinsetzung zu werten ist.

Der Nacherbe kann gemäß § 2142 das Erbe auch ausschlagen, soweit nichts anderes bestimmt ist, verbleibt der Nachlass dann dem Vorerben. Nach der Ausschlagung verbleibt dem Nacherben jedoch laut § 2306 I, II sein Pflichteilsrecht, soweit der von ihm aussgeschlagene Erbteil größer als die Hälfte des ihm zustehenden gesetzlichen Erbteils ist.

Wenn der Erblasser angibt, dass der Bedachte nur bis zu einem bestimmten Zeitpunkt oder Ereigniss Erbe sein soll, jedoch gleichzeitig keinen Nacherben eingesetzt hat, so ist anzunehmen das die Nacherben jene sind, die nach der gesetzlichen Erbfolge Erben des Erblasser sein würden.

 

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